Archive for October, 2007

Mein Hühnerschreck

Ja, genau, nun gehört er mir. Nun gabs das erste Problem. Keine Papiere! Aber es gab ja nie welche, zu der zeit…und in Russland…naja, aber aus meinen früheren Recherchen wusste ich das einer Anmeldung eigentlich nichts im Wege steht. Motornummer, Hersteller und Baujahr reichten bei der Versicherung in diesem Fall tatsächlich für ein Hilfsmotor Kennzeichen. Ist das gleiche wie für Mofa, also bezahlbar.
Mit dem Nummernschild konnte ich mich jetzt daran machen das Fahrrad etwas anzupassen, an technische Änderungen hab ich vorerst noch nicht gedacht.
Zuerst mussten die hässlichen Weisswandreifen runter, zum Glück hatte ich noch 2 schwarze Schwalbe Marathon liegen.
Der Sportlenker musste einem alten Tourenlenker weichen, mattschwarzer Tank war Pflicht, der kleinere Sattel stellte sich nach kurzer Zeit als zu unbequem heraus:

Der Tank hat mich Nerven gekostet, Rost und irgendwelche Rückstände haben ständig die Benzinzufuhr gedrosselt, starker Leistungsverlust war die Folge. Hat ne Weile gedauert bis ich das Problem erkannt hatte, die Lösung waren dann ein paar Dutzend Schrauben und ewiges Geschüttel und Gespüle. Für hinten gabs ne neue Felge, die alte hatte recht marode Speichen und Sonntags bei schlechtem Wetter kann man ruhig mal ein Laufrad einspeichen.

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Der Hilfsmotor

Der Verkäufer sagte immer “Der Kiew” oder “Der Motor” und meinte damit natürlich meinen “Hühnerschreck”. Alte Räder haben mich schon immer interessiert, irgendwann bin ich danm im World Wilde Web auf alte Fahrräder mit Hilfsmotor gestossen. Verbreitete und bekannte Fabrikate sind MAW und Rex, beliebte Kosenamen für diese heissen Vor un Nachkriegsmaschinen sind “Hühnerschreck” und “Hackenwärmer”. Schnell war klar das ich so ein Teil haben musste.
Nach vielen Ebay-Nächten hatte ich schon fast aufgegeben und nurnoch sporadisch alle paar Wochen mal geschaut. Angebote gab es genug, aber entweder viel zu teuer oder viel zu weit weg. Doch eines Tages wars soweit, Thomas aus Wardenburg hat seine Sammlung verändert und 3 seiner Hilfsmotoren landeten bei Ebay. Nach einem kurzen Telephonat war ich auf dem Weg und schon 30 Minuten später knatterten wir gemütlich auf 2 Hilfsmotoren über die Feldwege. Nun war ich endgültig verloren, die Karre musste mein sein!
Zum Glück ist der russische D4 Motor, der von diversen Herstellen gebaut wurde nicht der begehrteste, daher hielten sich die Kosten in Grenzen. Ehrlich gesagt war der optische Zustand am Anfang auch nicht wirklich überzeugend. Hier mal die bilder von der Auktion:

Kiew, Leningrad D4, Roter Oktober? wie auch immer, Bj. 49 48ccm, 1PS

Nächstesmal erzähl ich mehr über die ersten Änderungen und Umbauten. Inzwischen ist “Der Kiew” kaum wiederzuerkennen.

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